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Auf leisen Sohlen schleicht sie sich heran, schlägt vorsichtig und sacht die
Bettdecke zurück, um dann mit geübtem Griff dem Schlafenden mit der linken
Hand den Mund und die Nase zuzuhalten. Dieser erwacht von dieser Aktion,
schnappt vergeblich nach Luft, will schreien und starrt mit Entsetzen auf die
dunkle Gestalt, die sich über ihn beugt und aus leeren Augenhöhlen anstarrt.
Kurze Zeit später liegt er mit durchtrennter Kehle im ewigen Schlaf. Danach
macht sich die Gestalt daran, mit großer Sorgfalt dem toten Körper den Kopf
und die Hände abzutrennen, um danach auch noch das Herz und die Leber wie im
Trance zu entfernen, diese dann in die beiden abgetrennten auf dem Bett
liegenden Hände zu legen. Damit fertig, wird dann der Kopf mit dem Gesicht nach
unten in den aufgeschlitzten Oberkörper gelegt. Als dies getan war, säubert
der Mörder sein Messer am Laken und schnitzt mit großer Fertigkeit ein
lachendes Mondgesicht in den hölzernen Nachttisch, der neben dem Bett des Verstümmelten
steht. Nach Beendigung dessen, wendet die Gestalt sich ab und tritt den Rückweg
an. Durch Gärten, Wege und dunkle Seitenstraßen gelangt der Geheimnisvolle an
ein weißes Mehrfamilienhaus mit großem Garten. Nach mehrmaligen Umschauen
versteckt er im Schein des Mondes das Messer unter einem großen Stein und
steigt durch ein Fenster im Erdgeschoss in seine Wohnung ein. Er entledigt sich
seiner Kleider, legt sich in sein Bett und schließt die Augen zum Schlaf.
Sekunden später schläft er ruhig und fest den Schlaf der Gerechten.
Am nächsten Morgen erwachte ich, machte mir wie gewohnt mein Frühstück, brühte
mir einen Kaffee auf und ging dann unter die Dusche. Beim Duschen entdeckte ich
eine kleine Schnittwunde am linken Unterarm, die am Vortag dort noch nicht
gewesen war. Ich runzelte die Stirn und überlegte. Irgendwie schien es unter
den Strahlen der Dusche so auszusehen, als ob mir etwas eingefallen war, um es
dann aber mit einem Kopfschütteln genauso schnell wieder zu verwerfen. So
verging ein Tag und eine Nacht.
Der nächste Tag, dasselbe Ritual wie immer. Nur fiel mir diesmal zufällig eine
Tageszeitung in die Hand, die eigenartigerweise bei mir im Briefkasten lag und
nicht bei meinem Nachbarn, wo sie eigentlich hingehört hätte. " Komisch,
dachte ich mir in diesem Augenblick, alle vier Wochen finde ich in aller Regelmäßigkeit
die Zeitung von meinem Nachbarn in meinem Kasten. Der Zeitungsjunge musste wohl
schlafwandeln. Ist ja schon das fünfte Mal hintereinander". Dann schlug
ich die Zeitung auf und las die Schlagzeile:
Wieder grauenhafter Vollmondmord an alleinstehender Person.
Fünfte Tat dieser Art in diesem Jahr. Polizei steht vor einem Rätsel und geht
von einem psychopathischen Serienmörder aus.
Aufruf der Polizei an die Bevölkerung zur Mithilfe zur Lösung dieses
Verbrechens. Für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Mörders ist eine
Belohnung von 10.000 DM ausgesetzt.
Starr blickte ich auf die Zeitung. " Jedes Mal, wenn die Zeitung einmal im
Monat bei mir im Kasten steckt, ist die Schlagzeile ein Mord dieses Irren.
Eigenartig, dachte ich mir, sollte ein Zusammenhang bestehen? Möchte da jemand,
dass ich mich mit diesen Morden auseinandersetze"? Plötzlich klingelte es
an der Tür. Ich öffnete und sah meinen Nachbarn vor mir stehen. Wütend
blickte dieser auf die Zeitung in meiner Hand, die ich immer noch verkrampft
festhielt. " Heute morgen in aller Frühe habe ich gesehen, wie Sie meine
Zeitung aus meinem Briefkasten genommen haben und diese in den eigenen getan
haben", erzählte der Nachbar mir erbost.

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